loading

Sitemap x

Kolumbien
Die vergessene Krisenregion

d
scrollen

Kolumbien leidet seit knapp 50 Jahren unter einem brutalen Bürgerkrieg.

Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen, Rebellen, Paramilitärs und kriminellen Banden haben zu einer humanitären Katastrophe geführt mit

220’000 Toten
25’000 Verschwundenen
27’000 Entführungen und
5.7 Millionen Vertriebenen.

Die Leidtragenden sind indigene Völker, Afrokolumbianer und Kleinbauern, Gewerkschafter und Menschenrechtskämpfer.

Standorte

Kolumbien
HauptstadtBogotá
Bevölkerung45,7 Millionen Einwohner (2013)
AmtsspracheSpanisch
Lebenserwartung75 Jahre
BIP pro Kopf11’000 US-Dollar (2012)
Quibdó Bogotá vIsrael rAfghanistan

Abraham Doblado - IKRK Delegierter Kolumbien

Abraham

Abraham Doblado (* 1980) ist in Genf aufgewachsen, seine Eltern stammen aus Spanien. Er leitet seit 2012 das IKRK-Büro in der kolumbianischen Dschungelstadt Quibdó, in der Region Chocó. Das Gebiet an der Grenze zu Panama ist gezeichnet vom Bürgerkrieg.

vIsrael rAfghanistan

Menschen vor Ort

vIsrael rAfghanistan

Hector Cordoba und Lorena Mosquera begleiten als IKRK-Mitarbeiter Abraham Doblado auf seinen Einsätzen im Dschungelgebiet des Bezirks Chocó. Luisa Marmolesco ist eine Dorfvorsteherin und Hector Tunay Lehrer in einem entlegenen Weiler. Manuela Trellez führt ein kleines Restaurant in Quibdó. Sie schildern ihre Sorgen und Wünsche inmitten dieser vergessenen Krisenregion.

Was tragen Sie in Ihrer Tasche?

Worauf sind Sie stolz?

Wann sind Sie glücklich?

Worüber machen Sie sich Sorgen?

Wie stellen Sie sich die Zukunft Ihrer Kinder vor?

Der Konflikt

Der bewaffnete Kampf zwischen Guerilla-Organisationen – wie den Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (Farc) und dem Ejército de Liberación (ELN) – und dem Staat sowie rechtsgerichteten Paramilitärs gründet auf der ungleichen Landverteilung in Kolumbien.

Im Laufe des Bürgerkrieges finanzierten sich die Rebellen zunehmend über Drogenhandel und Entführungen, die Verbrechen der Paramilitärs wurden teilweise nach Absprache oder mit stillschweigender Einwilligung der Landeigentümer und der Armee verübt.

Unter der Vorgänger-Regierung von Álvaro Uribe wurden Farc und ELN stark geschwächt. Auch die Paramilitärs gelten offiziell als entwaffnet. Dennoch agieren die Kämpfer weiter als bewaffnete Banden, häufig im Auftrag der Agrarunternehmen oder der Drogenmafia.

Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse

1965 - 1966 Beginn des Bürgerkriegs Beginn des Bürgerkriegs
Gründung der marxistischen Guerillaorganisation «Ejército de Liberación Nacional» (ELN), sowie Entstehung der Guerilla-Organisation «Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia» (Farc).
1980 Aufstieg der Drogenkartelle Aufstieg der Drogenkartelle
Im Laufe der 80er-Jahre floriert das Drogengeschäft zunehmend.
1984 Kolumbien im Ausnahmezustand Kolumbien im Ausnahmezustand
Waffenstillstandsabkommen zwischen Regierung, Farc, ELN und M-19. Nach der Ermordung des Justizministers gerät das Land jedoch in einen Ausnahmezustand, die Kampagnen gegen den Drogenhandel, insbesondere gegen das Kartell von Medellín, werden verstärkt.
2002 Massaker in der Region Chocó Massaker in der Region Chocó
Massaker der Farc und Paramilitärs fordern in der Region Chocó 117 Tote. 44 davon sind Kinder, die als Schutzschilder benutzt wurden.
2005 Amnestie für Paramilitärs Amnestie für Paramilitärs
Ein neues Gesetz gilt als weitgehende Amnestie für Mitglieder rechtsextremer Todesschwadrone und paramilitärischer Gruppen. In der Zwischenzeit gelten jedoch neue bewaffnete Gruppen, die zum Teil auch als kriminellen Banden («bandas criminales», Bacrim) bezeichnet werden, bereits als Erben der Paramilitärs.
2008 Freilassung der Politikerin Ingrid Betancourt Freilassung der Politikerin Ingrid Betancourt
Die Bevölkerung beginnt sich nun sichtbar gegen die Handlungen der Farc aufzulehnen. Hunderttausende protestieren im Februar in Bogotá gegen die Farc und fordern die Freilassung der rund 700 Geiseln.
2009 - 2012 Demonstrationen für den Frieden Demonstrationen für den Frieden
Friedliche Demonstrationen, die ein Ende der Gewalt und eine friedliche Lösung des Konflikts fordern, weiten sich im ganzen Land aus.
2012 Beginn der Friedensverhandlungen Beginn der Friedensverhandlungen auf Kuba
Die FARC kündigt an, in Zukunft auf Geiselnahmen als Mittel zur Geldbeschaffung zu verzichten. Diese Erklärung bleibt allerdings ein Lippenbekenntnis. Es werden weiterhin Menschen entführt.

Mission

Kolumbien steht an der Schwelle zum Frieden. Seit November 2012 finden erstmals seit Jahrzehnten wieder Verhandlungen zwischen Regierung und Guerilla statt.

vIsrael rAfghanistan
«Menschen, die ihr Grundstück verlassen müssen, die alles aufgeben müssen. Das Grundstück ist ganz direkt mit ihrer Kultur verbunden, ganz besonders bei der indigenen Bevölkerung. Die Vertreibung aus ihren Dörfern, das ist eines der Hauptprobleme hier.»
Abraham Doblado, IKRK-Delegierter in Kolumbien
www.icrc.org/colombia
  Afghanistan Kolumbien Israel Dem. Rep. Kongo Schweiz
x
Person - Question
Function